In den dreißiger Jahren:
In den folgenden Jahren wurden die Aktivitäten des Vereines immer mehr durch den Kampf des Nationalsozialismus gegen die katholischen Verbindungen (im Zuge der Gleichschaltung) geprägt. 1933 folgte der zwangsweise Zusammenschluß mit den beiden Kartellvereinen Ripuaria-Heidelberg und Eckart-Mannheim. Zum Wintersemester 1935/36 mußte der Korporationsbetrieb schließlich eingestellt werden, das letzte Stiftungsfest vor dem Krieg wurde Pfingsten 1937 gefeiert. Ohne Aktivitas ließ sich das Palatenhaus nicht halten und wurde deshalb veräußert. 36 Bundesbrüder lassen im Krieg ihr Leben.

Wiedergründung nach dem Krieg:
Im Januar 1947 fand das erste offizielle Nachkriegstreffen in Köln statt. Das Ziel war eine Neugründung der aktiven Korporation, die nach einigen Schwierigkeiten 1952 gelingt. Anfang 1958 wurde dann das jetzige Palatenhaus in der Ziegelhäuser Landstraße 43 erworben, das allerdings erst teilweise bezogen werden kann. Heute stehen 8 Zimmer als studentischer Wohnraum zur Verfügung. Hinzu kommen das Wohnzimmer, der Conventssaal und die Kellerkneipe.
Flowerpower und Mao Tse Tung:
Die späten 60er und die 70er Jahre gehen auch an Palatia nicht spurlos vorrüber. Typisch für die damalige Zeit waren vor allem wohl die großen Verständigungsprobleme zwischen den Generationen. Traditionen und Werte wurden von den Aktiven in Frage gestellt, Neuerungen von den Alten Herren nur widerwillig hingenommen. Die Aktivitas schrumpfte zusehends, kaum einer tritt noch dem Verein Alter Herren bei und gleichzeitig wenden sich viele Alte Herren verbittert ab. Die Zahl der Mitglieder schrumpft von fast 190 auf unter 90 Alte Herren.
Eine der gravierendsten Änderungen war die 1971 im Kartellverband beschlossene Aufweichung des Prinzips Religio: bisher durften nur Katholiken aufgenommen werden, nun wurde auch die Aufnahme von Christen anderer Konfessionen (Protestanten, Orthodoxe) möglich.
Teil 5: Die Gegenwart |