Erste Versuche zur Gründung eines katholischen Studentenzusammenschlusses in Heidelberg 1853 führen nicht zum Erfolg. 1862 gelingt jedoch die Gründung des Katholischen Kasinos durch Jakob Lindau (Gründer der Katholischen Volkspartei (1869)) und Philibert Graf von Graimberg. Es findet im Herbst 1867 eine feste Bleibe im Haus Karlstraße 10. Noch vor dem Deutsch-Französichen Krieg (1870/71) werden durch Walhalla-Würzburg Vertreter nach Heidelberg entsandt, um die Gründung eines Studentenvereins zu initiieren. Der Versuch scheitert wegen Mitgliedermangel. 1871 kommt es immerhin zur "Studentengesellschaft im katholischen Kasino". Sie besteht bis Januar 1873.

Im Jahre 1872, am 4. November,wurde von Mitgliedern der "Studentengesellschaft im katholischen Casino" die erste katholische Studentenverbindung Heidelbergs, der Katholische Studentenverein Palatia, gegründet. Die Prinzipien waren Religion, Wissenschaft, Freundschaft und Frohsinn. Der Verein wählte die Farben Rot, Gold und Blau, als Wahlspruch wurde "Fides Turris Nostra!" gewählt. Duell und Mensur wurden ebenso wie politische Betätigung abgelehnt.
Am 14. Mai 1873 wurde Palatia in den Kartellverband katholischer deutscher Studentenverbindungen (KV) aufgenommen. Frühzeitig befaßte sich Palatia mit Verbandsfragen, übernahm schon 1874 die Organisation der VII. Generalversammlung des KV und übernahm im selben Jahr das Vorortspräsidium. Von da an wuchs der Verein beständig, bis er 1882 im Sommersemester die stärkste Korporation an der Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg war. 1883 wurden die Prinzipien in Religion, Wissenschaft und Freundschaft geändert.
Teil 3: Altherrenverein und Wohnheim
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