Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5  

Unsere Geschichte

 

Ein klein wenig Palatengeschichte

 

Diese Seite bietet dem geneigten Leser einige Informationen über die Geschichte des K.St.V. Palatia. Zum einen sind wir stolz darauf und glücklich darüber, daß unsere Gemeinschaft seit nunmehr 133 Jahren existiert und die Wirren der Zeit überstanden hat. Wir möchten dem geneigten Leser aber auch vermitteln, daß die Gründung des K.St.V. Palatia ist nicht das Resultat einer Laune ist, sondern vielmehr die Konsequenz aus dem gesellschaftlichen, sozialen und politischen Umfeld in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Vorgeschichte:

Seit es Universitäten gibt, haben sich Studenten in der einen oder anderen Weise zusammengeschlossen, teils aus eigenem Antrieb, teils auf Anordnung der Universität oder des jeweiligen Landesherrn. Letztere neigten vor allem dazu, die Studenten nach ihrer Herkunft (früher sagte man "Landsmannschaft", heute nennt man das eher Staatszugehörigkeit) zu sortieren. Und natürlich zeichneten sich diese Gemeinschaften von jungen Menschen (die Studenten waren früher zwischen 12 und 17 Jahre alt) erst einmal dadurch aus, daß allerhand Schabernack getreiben wurde. Darum unterlagen diese Gemeinschaften auch in allen Zeiten strengen Restriktionen.

Ein wirklich gravierender Einschnitt in die europäischen Strukturen ergab sich durch die Aktivitäten Napoleons sowie durch den nachfolgenden Wiener Kongress. Ländergrenzen und Herrschaftsstrukturen wurden neu geordnet. Und erstmals nahmen die Studenten sich auch als Gruppe wahr, die gemeinsame Interessen politisch einforderte. Dies führte in der Folge zur Gründung der Burschenschaften. Begriffe wie Glaubensfreiheit, Vereins- und Versammlungsfreiheit und auch Demokratie wurden in der damaligen Zeit erstmalig in der Öffentlichkeit diskutiert. Zentrale Veranstaltungen, bei denen die Studenten auftraten, waren das Wartburgfest (1817), das Hambacher Fest (1832) sowie die Revolution (1848/49).

Antikatholische Tendenzen:

Zeitgleich wurde unter der Vorherrschaft Preussens und Badens das Leben der Katholiken immer weiter eingeschränkt. Katholiken wurden aus Beamten- und Lehrerstellen entlassen und durften nur noch an 4 deutschen Hochschulen (Berlin, Bonn, Breslau, Greifswald) promovieren. Dem staatlich verordneten Bildungsnotstand wußten sich die katholischen Bürger nur dadurch zu entziehen, daß sie aus eigener Kraft für sich sorgten. Es entstanden Bürgergesellschaften, Gesellenvereine (z.B. die spätere Kolping-Familie) und eben auch akademische Lesevereine, in denen die Mitglieder mit Vorträgen und Lesungen ein umfangreiches Programm aufstellten.

 

Teil 2: Die Gründung